Produzentin L-C Art

 

Le Corbusier wünschte, wie dies schon bei den Skulpturen von Savina gewesen war, dass ich mich vermehrt auch um die Produktion und den Verkauf seiner Tapisserien kümmern sollte. Das Problem bestand darin, dass die alten französischen Sujets nicht mehr gefragt waren. Er bat mich deshalb auch hier, die Webereien zu unterstützen und etwas zu unternehmen, damit sie überleben können. Le Corbusier sah die Rettung der Weberei in Aubusson, in modernen Themen, wie seine Entwürfe sie darstellten. Meine Rolle bestand darin, den Webereien wieder Aufträge zu verschaffen. Ich liebte und liebe noch heute insbesondere die von Le Corbusier geschaffenen Wandbilder aus Wolle. Doch zeigte sich von Anfang an, dass es sehr schwierig werden würde, die grossformatigen Teppiche zu platzieren bzw. verkaufen zu können.
Dieselben schwierigen Bedingungen wie bei den Skulpturen hatte ich bei den Tapisserien. Dazu kam, das Le Corbusier von mir erwartete, dass ich mit Aufträgen und Vorauszahlungen die Weberei vor der Schliessung retten soll.  Heute bin ich durch die Schwierigkeiten, die grossen Tapisserien nicht verkaufen zu können, die glückliche Besitzerin einiger der schönsten Tapisserien von Le Corbusier.

Le Corbusier hat nicht weniger als 27 Wandteppiche entworfen, das heisst, er hat als Vorlagen für die Webereien die Originalbilder als Collage auf Papier im Format 1:1 gebracht. Nach über 55 Jahren bereitet es mir noch immer eine besondere Befriedigung, den Menschen Freude zu machen mit Ausstellungen meiner Sammlung von beweglichen Corbusier-Wandbilder rund um den Globus. Le Corbusier nannte diese Tapisserien „murales nomades“, für den modernen Nomaden, wie ich einer geworden bin.