Heidi Weber  Chronologie

6. August 1958

Heidi Weber am Flughafen in Nizza. In Cap Martin - Roquebrune trifft sie zum ersten Mal Le Corbusier. Sie möchte ihn persönlich kennen lernen. Heidi Weber ist von Le Corbusiers malerischem Werk fasziniert.

02. September 1958

Heidi Weber reist nach Paris. Le Corbusier zeigt ihr sein Privatatelier. Sie ist tief beeindruckt von der Anzahl der Werke. Heidi Weber entdeckt Le Corbusiers Sitzmöbelentwürfe. Ein Projekt, das L–C längst aufgegeben hatte.01.

Oktober 1958

Heidi Weber greift das Sizmöbelprojekt mit auf und sucht Räumlichkeiten für die Produktion. Mit einem Redesign und einer Qualitätsoptimierung stellt Heidi Weber die 4 von Le Corbusier entworfenen Sitzmöbel in ihrem Ausstellungskatalog einer breiten Öffentlichkeit vor.

11. April 1960

Am 11. April 1960, während einer Zwischenlandung in Zürich auf dem Flug nach Indien, trifft Le Corbusier Heidi Weber, um mit ihr über die laufenden Arbeiten zu diskutieren. Aufgeregt im Hinblick auf ihre neuen Pläne und wohl wissend, dass sie nur ein paar Stunden Zeit hat, schlägt sie Le Corbusier gleich bei seiner Ankunft am Flughafen einen Spaziergang am See vor.
„Ich möchte, dass Sie hier ein Museum bauen!" Le Corbusier, sehr überrascht: „Sie werden mir doch wohl nicht sagen wollen, dass Sie hier in diesem wunderschönen Park bauen können ..." Nach einiger Überlegung fährt er in ernstem Ton fort: „Wissen Sie, für die Schweizer tu ich überhaupt nichts mehr; sie waren noch nie nett mir gegenüber ..."

Heidi Weber, die weiss, dass Le Corbusier wegen all der nicht zustande gekommenen Verträge und Projekte von der Schweiz sehr enttäuscht ist, erwidert redegewandt: „Ich selbst würde nicht mal 100 Franken in die Schweizer investieren, da ich schon sehr früh, mit vierzehn Jahren, auswandern wollte. Aber ich weiss eines, und zwar, dass ich nur mit Ihnen in der Schweiz etwas Unschweizerisches bauen kann, etwas, das die Schweizer Grenzen überschreiten und die Zeit überdauern wird."
Le Corbusier: „Ja, Sie haben Recht, wir werden es den Schweizern zeigen ...
Im Mai 1960 beginnt Le Corbusier, zurück in Paris, an dem neuen Projekt zu arbeiten und informiert Heidi Weber über sein grundsätzliches Einverständnis für den Bau des „Maison d'Homme" (der Name, den Le Corbusier dem Vorhaben gab), unter der Bedingung sine qua non, dass sein Freund, der Züricher Architekt Willy Boesiger das Projekt durchführt (Bau, Leitung, Verträge, etc.), was Heidi Weber ohne jegliche Einschränkung akzeptiert.

Am 23. Juni 1960 bestätigte der Stadtrat von Zürich die Überlassung des Grundstücks im Zürichhorn Park. Heidi Weber informiert Le Corbusier darüber in einem Brief, den sie zwei Tage später schrieb.

25. November 1960

Am 25. November 1960 findet die Bauplatzbesichtigung im Zürichhorn Park statt (v.l.n.r.): A. Wasserfallen, Direktor des Hochbauamtes; Le Corbusier; P. Binden, Chef des Gartenbauamtes und Heidi Weber.

05. Dezember 1961

Im Dezember 1961 treffen die ersten Pläne für ein Betonprojekt bei Heidi Weber in Zürich ein.

März 1962

Ab Anfang März 1962 arbeitet Le Corbusier jedoch an Plänen eines Bauwerkes aus Metall und Glas, kommt dann plötzlich wieder auf sein ursprüngliches Betonprojekt zurück und erklärt Heidi Weber: „Sie wissen, was Sie riskieren. Mit Metall ist es schwierig. Heidi Weber: „Ich bin mir bewusst, dass ich mit Ihnen alles riskiere, also machen wir es in Metall." Somit kommt Le Corbusier dank der Ermutigung durch Heidi Weber und unter Mitwirkung seines Sachverständigen, dem Ingenieur Fruitet, der die technischen Details übernimmt, endgültig auf die Idee des Bauwerks aus Glas und Metall zurück. Es ist das einzige Bauwerk von Le Corbusier aus Stahl und Glas und sein letztes architektonisches Meisterwerk überhaupt. Natürlich verursachten die verschiedenen Pläne und Änderungen der Urheberin dieses neuen Vorhabens viel Ärger hinsichtlich der neuen Konzessionen, die sie beantragen musste.

14. Juni 1962

Am 14. Juni 1962 verfasst Le Corbusier, nach gemeinsamer Absprache, einen Generalvertrag, dem am 26. November 1962 ein Zusatz folgt, in dem er Heidi Weber persönlich über eine Dauer von 30 Jahren das Exklusivrecht verleiht, seine Werke direkt bei ihm sowie in der damals in Entstehung begriffenen Fondation Le Corbusier zu kaufen und seine Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Emaillen, Gouachen und Collagen in der ganzen Welt zu verkaufen.

01. Januar 1963

Am 1. Januar 1963 wird der Exklusiv-Vertrag für die Produktionsrechte der Möbelherstellung um den Zeitraum von fünfzehn Jahren unter Einbezug von Süd-Amerika bis 1978 erweitert.

13. Mai 1964

Die notarielle Beglaubigung des Baurechtsvertrages findet am 13. Mai 1964 statt; gleichzeitig werden Aushub für das Untergeschoss (Ausstellungs- und Vortragsraum) in Beton ausgeführt. Die abgeänderte Baubewilligung für die Obergeschosse in Stahl und Glas wird vom Bausekretariat II am 18. September bewilligt.

06. Juni 1964

Le Corbusier verleiht Heidi Weber, voller Vertrauen in ihre Fähigkeiten, für 30 Jahre das exklusive Recht, nach seinen Originalkartons Wandteppiche anzufertigen, was sie bis 1994 ausführt.

23. Oktober 1964

Während der ersten Jahre lief der Verkauf der vier Sitzmöbel ausserordentlich erfolgreich – Heidi Weber erhielt Bestellungen aus New York, Hong Kong und allen Ecken der Welt – sodass sie gezwungen war, eine wichtige Entscheidung zu treffen. Ihr kleines Produktionsatelier war voll ausgelastet und sie war kaum noch in der Lage, mit der steigenden Zahl der Bestellungen Schritt zu halten. An dieser Stelle musste sie wählen, ob sie sich als Produzentin und Unternehmerin in der Möbelbranche etablieren wollte oder, ob sie es vorziehen würde einen grösseren, bereits etablierten Hersteller zu finden, dem sie die Unterlizenz erteilen könnte. CASSINA S.p.A. ein Familienbetrieb in Meda nahe Mailand, war einer der vielen Bewerber für den Lizenzvertrag. Geleitet von Franco CASSINA, hatte sich das Unternehmen jahrelang auf den begrenzten Sektor von Vertragsmobiliar konzentriert. Sie waren spezialisiert auf Holzeinrichtungen von Ozeandampfern und Hotels. Um aus diesem geschlossenen Markt auszubrechen, brauchten sie dringend ein neues populäres Image und Marketing. Heidi Weber konnte die Geschäftsleitung CASSINA überzeugen, dass Le Corbusiers Sitzmöbel ein guter strategischer Schachzug zur Erschliessung neuer Märkte wäre.

Am 23. Oktober 1964 unterschrieb Heidi Weber mit der Firma CASSINA nach vielen Verhandlungen den ersten Unterlizenz-Vertrag für Italien.

15. Juli 1965

... „in seinem Pariser Atelier, Rue de Sèvres, wusste ich nicht, dass es unser letztes Zusammentreffen sein wird. Als wir uns am Ende dieser letzten Begegnung, was mir nicht bewusst war, die Hand gaben, fühlte ich mich von einer unerklärlichen und unaufhaltsamen Kraft beflügelt, die mich mit Vertrauen in die Zukunft erfüllte. Ich wusste nicht, dass er mir, bevor wir uns trennten, seine letzten Worte übermittelte, die sich ungewollt in mein Gedächtnis eingravierten. Worte, die ich heute noch höre. Mit lächelnden und freundlichen Augen sagte er zu mir: „... jetzt haben Sie grünes Licht ..." „... jetzt können Sie vorwärts gehen ..."

27. August 1965

Am 27. August stirbt Le Corbusier beim Schwimmen im Mittelmeer am Cap Martin in Roquebrune infolge eines Herzversagens.

05. Februar 1966

Heidi Weber steht allein vor der schwierigen Aufgabe sein letztes Bauwerk zu realisieren und die ursprünglichen Pläne akribisch umzusetzen. Sie sieht sich nach dem Tod von Le Corbusier mit vielen Ressentiments und Zweifeln, z. B. auch von Willy Boesigers konfrontiert, dem verantwortlichen Bauleiter der Baustelle. Dieser wollte schon zu Lebzeiten Le Corbusiers an verschiedenen Stellen des Bauwerks Änderungen vornehmen. Heidi Weber, die den Plänen aber treu bleiben will, lehnt jede Modifizierung ab. Beleidigt entbindet sich Boesiger am 5. Februar 1966 seiner Verpflichtungen und seiner Verantwortung mit folgenden Worten: „Von einer Frau lasse ich mir nichts vorschreiben".
Angesichts dieser bedenklichen Lage schliesst Heidi Weber am 4. April 1966 ein Abkommen mit dem Architekten A. Tavès, einem der letzten Assistenten Le Corbusiers, der auch im Atelier von Le Corbusier an der Ausarbeitung der Pläne mitgewirkt hatte, und beauftragt ihn, den Bau des Museums zu Ende zu führen. Sofort übernehmen A. Tavès und sein Mitarbeiter R. Rebutato die Leitung der Bauarbeiten bis zum Mai 1967. Nach 14 Monaten, das heisst zweieinhalb Monate vor der Einweihung des Bauwerkes, lösen auch sie ihren Vertrag auf; Grund dafür sind Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich von Abänderungen bei der Innenausstattung des Museums, die nicht mit Le Corbusiers Zeichnungen übereinstimmen. Nun befindet sich Heidi Weber wieder in der gleichen Lage wie mit Willy Boesiger ein Jahr zuvor.
Heidi Weber beschliesst, die Arbeiten alleine weiterzuführen, wie sie es schon früher auf verschiedenen Baustellen, die sie als Innenarchitektin leitete, getan hatte.

15./16. Juli 1967

Die Einweihung des Centre Le Corbusier findet am 15. Juli mit einem internationalen Presseempfang statt und am 16. Juli mit Le Corbusier-Freunden aus aller Welt.

17. Juli 1967

Am 17. Juli ist die Bevölkerung eingeladen. 1800 Besucher treffen ein. Im ersten Jahr besuchen 45.000 Kulturinteressierte aus allen Kontinenten das Centre Le Corbusier.

1968

Aktionswand – Aktivitäten und Ausstellungen

Mit einer Vielzahl an Ausstellungen und Aktivitäten ruft Heidi Weber das Interesse für Le Corbusiers künstlerisches Werk wach. Heidi Weber greift dabei auf die Universalität Le Corbusiers zurück, dessen Aktivitäten sich weit über die Architekturplanung hinaus erstrecken: Städtebauliche Utopien und gesellschaftsverändernde Ansätze werden diskutiert, Umweltfragen erläutert. Die von Heidi Weber organisierten Ausstellungen, Vorträge, Buchpublikationen, Filme und Gesprächs-Foren sollen das Bewusstsein für kulturelle Fragen fördern und den Menschen sensibilisieren.
Die Schattenseite: Heidi Weber steht vor einem massiven Schuldenberg von 635.000 Franken (heutiger Geldwert zirka 3. 000 000 Franken), als Folge überschrittener Baukosten, weil nach dem Tod Le Corbusiers keine baulichen Kompromisse mehr diskutiert werden können. Ein ?nanzieller Kollaps droht.Vier Bauprozesse lasten auf Heidi Webers Schultern. Von Le Corbusiers ?nanzstarken Freunden will ihr keiner beistehen.

04. September 1968 – Die 68er Bewegung

„Sechstagerennen" des Zürcher Manifests im Centre Le Corbusier, Redner: Gottfried Honegger,

04. – 09. September 1968

Heidi Weber stellt das Museum als freie Diskussionsplattform vom 4. bis zum 9. September 1968 der Gruppe des „Zürcher Manifests" zur Verfügung. Das Ereignis geht als „Sechstagerennen im Centre Le Corbusier" in die Annalen ein. (Das „Zürcher Manifest" wird von Max Frisch, Gottfried Honegger und neunzehn weiteren Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wissenschaft verfasst, allesamt Sympathisanten der Jugendlichen, die während der politischen Unruhen des „Globuskrawalls" für ein Autonomes Jugendzentrum kämpfen.) Zusätzlich richtet Heidi Weber in Eigenregie ein progressives Forum für Umweltfragen im Haus ein. Mit ihren politischen Bestrebungen ist die aktive Frau dem Zeitgeist voraus und gleichzeitig inakzeptabel für das politische Establishment.
Heidi Weber gilt als politische Unruhestifterin, wird registriert und fichiert (im Kontext des Fichenskandals 1989).

01. Juli 1969
 
Zur Rettung des ?nanziell bedrohten Museums und zur Verhinderung des Konkurses lässt Heidi Weber 1969 Kunst aus ihrer Sammlung unter dem Titel „Fifty works by Le Corbusier" bei Sotheby's in London mit Erfolg versteigern.
Auszug – Ausstellungen & Workshops 1969

„Le Corbusier – Das lithografische Werk"
„Das politische Plakat"
„Neuer Städtebau"
„Olivettis Bild"
„Kinder sehen ihre Siedlung"
„Mensch – Bau – Umwelt", bioklimatisches Testlabor von Dr. H. Lueder
„R. M. Schindler", Ausstellung der ETH Zürich
UNESCO-Kolloquium für den Schutz kultureller Güter

September 1970

Zur Rettung des Centre Le Corbusier wird ein Patronatskomitee gegründet. Das Komitee erlässt einen öffentlichen Aufruf für den Erhalt von städtischen Subventionen. Das „Patronatskomitee Centre Le Corbusier" mit Nationalrat Max Arnold, Max Frisch, Gottfried Honegger und Prof. Lucius Burckhardt sowie mehrere Architekten reicht bei der Stadt ein Gesuch mit 400 Unterschriften ein. Das Komitee bittet konkret um eine jährliche Subvention von 280.000 Franken.
Ziel ist die Mitfinanzierung der Aktivitäten des Centre Le Corbusier, in dem das neu gegründete Forum für Umweltfragen Projekte für die Öffentlichkeit organisiert. Heidi Weber kann die Kosten für die Wechselausstellungen, die allgemeinen Betriebskosten und den Museumsunterhalt nicht mehr alleine tragen, da sich die jährlichen Kosten des Museumsbetriebs auf 350'000 Franken belaufen.
Der öffentliche Aufruf des Patronatskomitees von 1970 vermag beim Stadtrat nichts zu bewirken. Max Frisch gelangt an die Presse mit dem Vorschlag, das demontierbare Gebäude in der „New York Times" „for sale" anzubieten. Er ist überzeugt, dass amerikanische Interessenten mehr bieten als die Stadt Zürich; der renommierte Schriftsteller be-zeichnet ein solches Vorgehen als „herrlichen Schildbürgerstreich"
Auszug – Ausstellungen & Workshops 1970

„Zürich – Diagnose und Therapie für eine Stadt"
„Fernand Léger, Ideen für eine farbige Stadt" mit 20 Ölgemälden von Léger
„Architektur als Konsumgut"
„Engagierte Fotografie“

Mai 1971

Heidi Weber kandidiert 1971 kurz nach Einführung des schweizerischen Frauenstimmrechts für den Zürcher Gemeinderat und wird Opfer eines Wahlbetruges. Sie macht die Ungereimtheiten mit einem Gerichtsfall publik, wodurch die Wahlen wiederholt werden müssen. Sie schafft sich durch ihren Gerechtigkeitssinn keine Freunde.

Ausstellungen & Workshops 1971 – 1977

„Bauen für Gleichberechtigung"
„Umwelt, Utopie und Realität"
„Der öffentliche Transport – Die Chance für Zürich"
„Architektur als Konsumgut"
„De l'esquisse à l'oeuvre" (vom Entwurf zum Meisterwerk)
Gottlieb Duttweiler Institut „Selbsthilfe-Organisation"
(Le Corbusier Community Workshop / CoCo)
„Le Corbusier – Der Künstler"
„Zürich entdeckt Le Corbusier"
„Le Corbusier – Frauen"

1977 – 1979

1977–1979 stellt Heidi Weber ihr Museum dem Gottlieb Duttweiler Institut, einem Forschungsinstitut der Migros, unentgeltlich zur Verfügung, damit das Haus einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Migros-Genossenschaft finanziert die Unterhaltskosten und die Aktivitäten des Museums mit einem hohen Betrag. Das Institut richtet ein Forum für Gemeinschaftsfragen ein, genannt „Coco" für „Corbusier Community Workshop".
Parallel dazu stellt Heidi Weber weiterhin Aspekte des künstlerischen Werkes Le Corbusiers im dafür konzipierten Untergeschoss des Gebäudes aus:
„Le Corbusier – Der Künstler"
„Zürich entdeckt Le Corbusier"
„Le Corbusier – Frauen“

1979 – 1984

Das Museum muss schliessen.
Der zweijährige Mietvertrag mit dem Gottlieb Duttweiler Institut kann nicht verlängert werden, weil das Forum bei seinen Tätigkeiten erhebliche Schäden an Gebäude und Einrichtung verursacht und die vertraglichen Bedingungen nicht eingehalten hat. Danach bleibt das Haus für mehrere Jahre geschlossen (1979–1984). Reguläre Öffnungszeiten sind nicht mehr möglich, da die Finanzierung des Museumsbetriebs durch Heidi Weber alleine nicht mehr tragbar ist.
Das Gebäude aus Stahl muss regelmässig renoviert werden: eine teure Angelegenheit, da es keine Normlösungen für die innovative Konstruktion gibt, die schon bei der Realisierung in den Sechzigerjahren hochspezifisches Fachwissen und Experimentierfreude forderte. Zum Gebäudeunterhalt und Restaurationsaufwand kommen Hypothekarzins und allgemeine Kosten hinzu, auch bei geschlossenem Museum.

Der finanzielle Aufwand
Bei einem ganzjährigen Wechselausstellungsbetrieb mit drei Ausstellungen belaufen sich die Betriebskosten auf circa 1,5 Millionen Franken, abzüglich der Einnahmen von circa 250'000 Franken.
Der Stadtrat anerkennt Heidi Webers Leistung für Le Corbusier, blockiert aber jegliche finanzielle Hilfe für das Museum.

November 1984

Heidi Weber erklärt sich bereit, mit einer Fundraising-Kampagne private Geldgeber zur Unterstützung des Museums zu suchen; die Bemühungen bleiben erfolglos. Sie erwartet eine städtische Subvention in Höhe von 100'000 Franken für den Museumsbetrieb.
Die Stadt zieht dafür ein Nachtragskreditverfahren in Betracht. Der Beitrag wird schliesslich von der Stadt nicht bewilligt.

8. März 1985

Am 28. März wiederholt die Heidi-Weber-Stiftung ihren Antrag vom 27. November 1984 und ersucht erneut um einen Mindestbeitrag von 100.000 Franken, damit das Museum mithilfe öffentlicher Gelder länger geöffnet sein kann.
Heidi Weber drängt am 25. Mai 1985 schriftlich auf eine klärende Stellungnahme der Stadt, da sie unter zeitlichem und finanziellem Druck steht.
Zum 100. Geburtstag Le Corbusiers 1987 plant Heidi Weber drei grosse Ausstellungen, realisierbar in den Jahren 1985, 1986 und 1987, und projektiert dafür Gesamtkosten von 650'000 Franken. Die kommenden Ausstellungen sind konzipiert, die Museumsöffnungszeiten abhängig von einer städtischen Subvention.
Am 28. Mai 1985 fragt Heidi Weber telefonisch bei Dr. Hoby nach, der sie wissen lässt, dass die Stadt kein Geld mehr in der Kasse habe.

Le Corbusier – Skulpturen
Nach einer Skulpturenschau 1985 – der grössten ausserhalb Frankreichs – soll 1986 eine Auseinandersetzung mit dem literarischen Werk Le Corbusiers folgen. Anschliessend findet 1987 eine umfassende Ausstellung zum 100. Geburtstag Le Corbusiers statt, die Einblicke in sämtliche Schaffensaspekte des „Homo universalis" vermitteln soll.
Von städtischer Seite wird kein Franken zum 100. Geburtstag von Le Corbusier beigetragen.

1986

„Es gibt keine Nur-Bildhauer, Nur-Maler, Nur-Architekten; das plastische Ereignis vollendet sich in einer Gesamtform im Dienste der Poesie."
(Le Corbusier)
Diesen Satz schrieb Le Corbusier 1962 für Heidi Weber auf ihre Frage der Spezialisierung des Künstlers.
Heidi Weber setzt den geplanten Ausstellungszyklus 1986 mit „Der unbekannte Le Corbusier" ohne Beitrag der Stadt um.

21. Mai 1987

Eröffnung der Ausstellung zum 100. Geburtstag von Le Corbusier.
Zum 20-jährigen Bestehen des Museums finden für die Bevölkerung am 18. und 19. Juli freie Besichtigungen statt. 1800 Museumsgäste erhalten gratis eine Reproduktion von vier verschiedenen Ölgemälden des Künstlers.

02. Dezember 1987

2. für Heidi Weber erfolgreiche Auktion von L-C Gemälden zur finanziellen Sicherung des Museumsbetriebes.

Mai 1988

Sommerausstellung zum Thema Le Corbusier - The Graphic Artist. Parallel dazu erscheint von Heidi Weber anlässlich ihrer 30-jährigen Vermittlungstätigkeit ein 112-seitiger Bildband unter dem Titel
LE CORBUSIER – THE GRAPHIC WORK mit einer Auswahl an Werken aus ihrer Privatsammlung. Eine 2. Auflage erscheint 2004.

September 1988

Im gleichen Jahr erscheint „Le Corbusier – The Artist" mit Werken aus Heidi Webers Sammlung. Auf der internationalen Buchmesse in Leipzig 1989 wurde Heidi Weber für das Buch mit der Goldmedaillie von der internationalen Jury ausgezeichnet.

Mai 1990

Le Corbusier – „Muralnomades" Tapestries, so der Titel der Sommerausstellung 1990 im Heidi Weber Museum.
Zukunftsweisend verkündete Le Corbusier, dass seine Wandteppiche aus Wolle sich abhängen und zusammengerollt unter den Arm nehmen lassen, um in der nächsten Behausung wie ein Wandbild neu aufgehängt zu werden. Er nannte seine Tapisserie „Muralnomad", denn der Mensch ist ein Nomade.

Sommer 1999

Ausstellung in Apolda im Rahmen des Programms „Weimar – Kulturstadt Europas".

1999

Anlässlich der Ausstellung in Weimar veröffentlicht Heidi Weber das Buch „Le Corbusier – Maler, Zeichner, Plastiker, Poet" mit Exponaten aus ihrer Sammlung.

2007

40 Jahre Heidi Weber Museum – Centre Le Corbusier
Heidi Weber finanziert die enormen Kosten für den aufwändigen Bau aus Stahl und Glas sowie die Ausstellungsaktivitäten seit vierzig Jahren aus eigenen Mitteln.
Im renommierten Madrider Nationalmuseum Reina Sofia findet auf 1000 Quadratmetern eine umfassende Retrospektive unter dem Namen „Le Corbusier – Museo y Coleccion Heidi Weber" statt, die eine grosse Würdigung des Engagements Heidi Webers für Le Corbusier ist. Zulauf und Resonanz sind ausserordentlich.

Mai 2008

In Zürich begeht Heidi Weber das Jubiläum ihrer ersten Begegnung mit Le Corbusier im Jahr 1958 im eigenen Museum mit der Ausstellung „50 Jahre Botschafterin für Le Corbusier". Sie zeigt die vielseitigen Aktivitäten der Pionierin und hochkarätige Kunstwerke aus ihrer Sammlung.

Zur Ausstellung erscheint die gleichnamige Publikation „Heidi Weber 50 Years Ambassador for Le Corbusier".

September 2008

Heidi Weber verleiht im Rahmen der Heidi Weber Foundation den Heidi Weber Foundation Award 2008 an Dr. Naïma & Jean Pierre Jornod.

Über acht Jahre recherchierten und dokumentierten die Autoren Dr. Naïma und Jean-Pierre Jornod für ihr knapp 1200 Seiten umfassendes Werkverzeichnis, das 429 Gemälde von Le Corbusier beschreibt. Dabei entdeckten sie 24 noch völlig unbekannte Werke. Für dieses excellente Werk, erschienen in zwei Bänden, verlieh Heidi Weber im September 2008 erstmalig den Heidi Weber Foundation Award.


02.01.2010 – 25.03.2010

Heidi Weber zeigt erstmals in Südamerika aus ihrer Privatsammlung mehr als 140 Werke des großen Meisters Le Corbusier. Mit Ölmalereien, Zeichnungen, Lithografien, Kupferstichen, Skulpturen, Wandteppichen, Möbelstücken und Modellen des letzten Gebäudes, das Heidi Weber Museum - Center Le Corbusier, präsentiert Heidi Weber die Universalität und Genialität des großen Meisters Le Corbusier als Maler, Bildhauer, Zeichner, Designer, Vordenker und Architekt.

Juli 2010

Sommer-Ausstellung zum Thema „Machines for Living". Parallel dazu wird eine spektakuläre, wissenschaftliche Publikation von Heidi Weber veröffentlicht, die die Urheberschaft der legendären LC-Möbelserie sehr genau unter die Lupe nimmt.
Die Publikation enthält überraschenderweise eine freundliche Widmung des zukünftigen Direktors Kultur Zürich, Peter Haerle, vom 3. Juli.
Am 30. September werden Heidi Weber und ihr Sohn Bernard zum Gespräch ins Stadthaus eingeladen. Die Stadt möchte mit Blick auf den Heimfall 2014 Näheres über Heidi Webers Zukunftspläne erfahren. Die Stadtpräsidentin zeigt Interesse an einer konstruktiven Lösung.

August 2013

In den Medien wird immer wieder vom schlummernden Schloss der Moderne, vom Schandmal der schweizerischen Kulturpolitik, vom architektonischen Juwel im Dornröschenschlaf, von dauerhaft verschlossenen Türen und über den geheimnisumwitterten Bau geschrieben, weil das Museum nur während drei Monaten von Juli bis September, jeweils an den Wochenenden für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Dezember 2013

Preisverleihung im Dezember 2013 in Buenos Aires, Argentinien. Vincent Masucci erhält für seine umfassende Publikation „Le Corbusier – Machines for Living, Furniture: a critical history" den Heidi Weber Foundation Award.
In einer kritisch historischen Auseinandersetzung und mit besonderem Fokus auf die Urheberschaft beschreibt der Autor auf 388 Seiten dokumentarisch und hintergründig die einzelnen Stadien und Entwicklungsphasen der weltberühmten Le Corbusier Möbelserie, die Heidi Weber zur Produktionsreife gebracht hat und erstmalig 1959 der Öffentlichkeit präsentierte.

05. März 2014

Heidi Weber (r) und Naïma Jornod (l) an der AA in London.
Vortrag von Naïma Jornod (l) zum Thema ihrer Buchveröffentlichung: „Heidi Weber Museum, Le Corbusier's Final Architectural Testament". Eine Dokumentation über LC's architektonisches Vermächtnis und die bedingungslose „Vollstreckung" durch seine Auftraggeberin und Bauherrin Heidi Weber.
Die AA ist eine der weltweit renommiertesten Stätten der Architektenausbildung in London. Die Lehre ist geprägt von Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Architektur.

13. Mai 2014

v.l.: Prof. Dr. Richner, Corine Mauch (Stadtpräsidentin), Heidi Weber, Peter Haerle (Kulturdirektor), Bernard Weber

Ablauf des Baurechtsvertrages nach 50 Jahren. Das Heidi Weber Museum – Centre Le Corbusier fällt an die Stadt Zürich.
Heidi Weber wird von der Stadtpräsidentin und dem Kulturdirektor im Beisein des Stiftungsrates der Heidi Weber Stiftung – Centre Le Corbusier verabschiedet.


30. Mai 2015

Respekt. Anerkennung. Wertschätzung.Ehrung von Heidi Weber durch die VSI.ASAI., der Vereinigung Schweizer Innenarchitekten/Architektinnen